Nähmaschine richtig reinigen und ölen

0

Profitips für die Reiniung und Wartung der Nähmaschinen zuhause

Viele Probleme werden durch eine schlecht gepflegte Nähmaschine verursacht, dabei ist die richtige Pflege und Wartung unsers „Schätzchens“ sehr einfach. Ich habe auch diese Momente, wo einfach mal wieder nichts funktioniert. Der Faden reißt zum 10. Mal, die Fadenspannung ist viel zu fest und der Stoff wird nicht richtig transportiert. Nun kann man Stunden mit der Fehlersuche verbringen, Probeläppchen nähen, sich wahnsinnig ärgern – oder einfach der Ursache auf den Grund gehen.

Mit meinen Tips zur Maschinenpflege helfen dir, deine Nähmaschine stets in einem guten Zustand zu halten. Zur Reinigung, Pflege und zum Ölen benötigst Du folgendes Zubehör:

  • Bedienungsanleitung der Nähmaschine
  • weichen und sauberen Stoff
  • Nähmaschinen-Öl
  • Schraubendreher
  • einige Wattestäbchen
  • Pinsel
  • Staubsauger

Schritt 1: Stichplatte und Nadel entfernen

Bevor wir mit dem Saubermachen anfangen, müssen wir zunächst die Stichplatte und die Nähmaschinennadel entfernen. Aus Sicherheitsgründen sollte man die Nähmaschine vom Stromnetz trennen und den Fußschalter/Gaspedal abziehen.

Zum Entfernen der Stichplatte verwenden brauchen wir einen Schraubendreher, bei einigen neueren Modellen genügt ein beherzter Druck auf die Stichplatte und wir können sie herausnehmen (z. B. Bernina Artista). In meinem Beispiel werden die beiden Schrauben mit dem Schraubendreher entfernt.

Die Nähmaschinennadel sollte ebenfalls entfernt werden. Nach der Reinigung setze ich eine neue Nadel für das nächste Nähprojekt ein.

Nähmaschine pflegen

Schritt 2: Zubehör entfernen

Jetzt werden alle Zubehörteile wie Nähfuß, Spule, Garn, Garnrollenhalter usw. aus der Nähmaschine entfernt. Ebenso wird das Greifersystem wenn möglich zerlegt und herausgenommen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung der Nähmaschine ist hilfreich, wenn man nicht genau weiss wie es geht.

Bei der gezeigten mechanischen Nähmaschine kann man das Greifersystem aus Metall komplett entfernen. Bei elektronischen Nähmaschinen besteht das Greifersystem zumeist aus Kunststoff und kann nach oben herausgenommen werden.

Alles Zubehör packen wir für die Zeit der Reinigung sorgfältig beiseite, insbesondere die Schrauben der Nadelplatte.

Nähmaschine Wartung

Schritt 3: Maschine reinigen – Pinseln und aussaugen

Mit der Zeit sammelt sich eine Menge an: Staubkrümel und alle Fadenreste müssen gründlich entfernt werden.

Mein Favorit ist der Staubsauger bei dieser Arbeit. Da ich alle Einzelteile entfernt habe, besteht keine Gefahr etwas einzusaugen. Mit dem Pinsel geht es fast  genauso gut. Man kann auch beides kombinieren. Mit dem Pinsel werden alle Reste herausgeholt und der Staubsauger saugt alles auf.

Nähstaub entfernen

Schritt 4: Greiferbahn und Spulenbereich reinigen

Nun reinigt man alles sorgfältig mit einem weichen Tuch. Im Anschluß wird die Greiferbahn mit einem Wattestäbchen von den letzten Resten befreit. Ist der Schmutz sehr hartnäckig, kann man das Wattestäbchen zuvor mit Nähmaschinenöl tränken.  Vorsicht bei elektronischen Nähmaschinen: Der Greiferbereich wird nicht geölt! Daher sollte man das Wattestäbchen keinesfalls mit Nähmaschinenöl betropfen.

Nähmaschine entstauben

Alle Einzelteile des Greifersystems und auch die Spulenkapsel werden von innen werden gereinigt. Ich staune immer wieder, wieviel Schmutz sich in der Nähmaschine angesammelt hat.

Einzelteile der Nähmaschine ausbauen

Schritt 5: Ölen – nur bei mechanischen Nähmaschinen

Das Nähmaschinenöl muss harz- und säurefrei sein! Keinesfalls darf die Nähmaschine mit einem pflanzlichem Öl behandelt werden.  Jeder Nähmaschinenhändler hat es vorrätig.

Achtung: Bei elektronischen Nähmaschinen wird nicht geölt. Bei Unsicherheit die Bedienungsanleitung lesen oder den Nähmaschinenhändler fragen.

Die Greiferbahn sollte innen und außen mit nur 1-2 Tropfen Nähmaschinenöl geölt werden. Mehr ist zuviel und läuft heraus, oder tritt später beim Nähen heraus.

Geölt werden die Greiferbahnen wie im Bild markiert. Kleiner Halbkreis = innere Greiferbahn. Großer Halbkreis = äußere Greiferbahn.
Tipp: Nähmaschinenöl auf ein Wattestäbchen geben, um viel Öl zu vermeiden.

Ölstellen für Haushaltsnähmaschinen

Nähmaschine ölen

Schritt 6: Zusammensetzen und Spule einsetzen.

Ist alles sorgfältig gereinigt, wird die Spule wieder in die Spulenkapsel gesetzt. Die Spule wie in der Bedienungsanleitung beschrieben einsetzen. Faden in die Fadenspannung der Spulenkapseln einziehen.

Alle Einzelteile des Greifersystems wieder in der richtigen Reihenfolge einsetzen und verriegeln.

Schritt 7: Nähmaschine von außen reinigen

Ist das Innenleben der Nähmaschine sauber und geölt, sollten wir der Nähmaschine von außen reinigen.

Auch hier leistet der Staubsauer gute Dienste. Aller Staub sollte oberflächlich abgesaugt werden. Im Anschluß wird die Nähmaschine mit einem weichen Tuch geputzt.

Achtung mit feuchten Lappen: Es sollte keinesfalls Feuchtigkeit in die Nähmaschine gelangen.

Noch ein paar Worte zur Druckluft-Dose

Ich reinige meine Nähmaschine nicht mit Druckluft, da hierbei die Gefahr besteht alle Nähreste nicht aus der Maschine heraus sondern in die Maschine hinein zu pusten. Die Druckluftdose ist schwierig zu dosieren. Zu dem versuche ich Müll und überflüssige Gegenstände für die Umwelt zu vermeiden. Meine Maschinen werden regelmässig ausgesaugt, ausgepinselt und geölt und sind super in Schuss.

Nähmaschinen-Wartung im Fachhandel

Jede Hobbyschneiderin kennt die goldene Regel, daß man seine Nähmaschine mindestens 1 Mal im Jahr zur Wartung beim Nähmaschinenhänder geben sollte.  Ich mache das je nach Bedarf oder wenn akute Probleme bei der Nähmaschine auftreten. Zu dem kommt es darauf an, wie viel man wirklich mit seiner Maschine näht und ob es sich im eine elektronische oder mechanische Nähmaschine handelt.

Ich nähe sehr viel mit mechanischen Maschinen, die in der Regel robuster sind als elektronische Maschinen. Sehr viel Wert lege ich auf die regelmässige Pflege: Nach jedem Projekt wird meine Nähmasche und/oder Overlock sorgfältig gereinigt. Langfristig zahlt sich die intensive Pflege aus, und die Nähmaschine schnurrt wieder wie ein Kätzchen.

Besonders Nähanfänger sollten sich mit ihrer Maschine vertraut machen und sie regelmässig reinigen. Die häufigsten Probleme entstehen durch schlechte Pflege. Ich höre viele Klagen wie die Nähmaschine macht nicht dies, die Nähmaschine macht nicht das…. Nicht verzweifeln: Bedienungsanleitung und Putzkram heraus. Damit sind schon 90% der Probleme beseitigt. In den seltensten Fällen ist die Nähmaschine kaputt. Die meisten Probleme lassen sich durch eine neue Nähmaschinennadel, eine korrekt eingefädelte Fadenspannung und gut geputzte und geölte Nähmaschine beheben.

Reinigt und pflegt ihr eure Nähmaschine regelmäßig?

Wenn Ihr Fragen habt, könnt Ihr mir gerne einen Kommentar unter dem Beitrag hinterlassen. Welche Hilfsmittel verwendet Ihr für die Reinigung? Welche Tricks wendet ihr an? Ich freue mich über Euer Feedback und wünsche Euch viel Spass an der Nähmaschine.

Das könnte dir auch gefallen Mehr vom Autor

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies von Google, um ihre Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen darüber, wie du die Website verwendest, werden an Google weitergegeben. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen