Jersey & Stretch mit der Nähmaschine nähen

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Heute im Blog: In meinem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie man ohne Overlock und nur mit einer Nähmaschine Jersey, Sweatshirt und Strickstoffe  problemlos nähen kann. Weiter unten im Beitrag  kannst Du lesen, wie man Säume richtig gut mit einer Zwillingsnadel näht.

Wie näht man Jersey ohne eine Overlock? Wie nähe ich mit einer Zwillingsnadel?

Viele neue und erfahrene Hobbyschneider/innen haben Angst Jersey- und Strickstoffe zu verarbeiten. Dabei gehört es in die Ecke der Märchen und Mythen, das es mit einer normalen Nähmaschine nicht geht.

Die häufigsten Irrtümer sind:

  • Ich brauche unbedingt eine Overlock für elastischen Stoff.
  • Meine Nähmaschine kann das nicht.
  • Jerseystoffe müssen während des Nähens stark gedehnt werden.
  • Strickstoffe sind noch schwieriger zu nähen als Seide oder flutschige Viskosestoffe.
  • Strickstoffe lassen sich nur schwierig zuschneiden.
  • Ich möchte keine körperbetonte Kleidung nähen, deshalb reicht mir Webware.

Jersey nähen mit der Nähmaschine – die richtige Technik macht’s!

Bevor ich meine erste Overlock angeschafft habe war es für mich normal, alle Näharbeiten auf einer mechanischen Nähmaschine zu erledigen. Ob Jersey, Jeans oder Seide, für jeden Stoff habe ich die richtigen Verarbeitungstechniken gelernt.

Ich liebe meine Overlock und Coverlock, aber manchmal nähe ich einfach gerne auf einer normalen Haushaltsnähmaschine. Besonders wenn beide Maschinen gut verpackt und sauber geamcht auf dem Schrank stehen, greife ich gerne mal zur Nähmaschine.

Bevor wir loslegen, möchte ich Euch noch die Reinigung und Pflege ans Herz legen. Macht die Maschine gut sauber und entfernt alle Fusseln und Flusen im Nähbereich und unter der Stichplatte. Mechanische Nähmaschinen muss man unbedingt mit 1 – 2 Tröpfen Öl verwöhnen, sonst gibt es Probleme bei der Stichbildung und die Maschine wird laut. 

Wie es geht, erfährst du in der Anleitung: Nähmaschine richtig reinigen und ölen

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Nähnadeln für Jersey, Sweatshirt und Strick

Vorab  noch ein paar Worte zu den Nähnadeln. Für Jersey, Sweatshirtstoff, Strick und alle anderen elastischen Stoffe (auch elastische Hosenstoffe) sind die richtigen Nähnadeln erforderlich. Webwarennadeln (Standardnadeln) sind leider völlig ungeeignet. Wer also Löcher im Stoff und ausgelassene Stiche vermeiden will, benutzt die richtige Nadel.

Beim Kauf haben wir die Wahl zwischen Jersey- oder Super-Stretch-Nadeln. Mein Favorit sind die Super-Stretch-Nadeln. Sie sind nicht nur für Jersey, Sweat oder andere elastische Stoffe geeignet. Man kann mit ihnen kann man auch mal Webware nähen. Jersey- und Super-Stretch-Nadeln verfügen über eine mittlere abgerundete Spitze. Das verhindert die befürchteten Löcher im Stoff, die sich gerne nach ein paar Wäschen besonders unter den Armen zeigen. 

Mein Jersey bekommt beim Nähen Löcher. Woran liegt das?

Benutzen wir eine unpassende Nadel für Webware, reißt diese sehr scharfe Spitze diese Löcher in den Stoff. Das kann auch passieren, wenn die Nadel viel zu dick ist.

Wofür braucht man eventuell doch eine andere Nadel?

Ich horte keine Unmengen an unterschiedlichsten Nadeln, nur Microtex-Nadeln sind eine Ausnahme. Sie verwende ich für sehr feine Microfaser-Jerseys für z. B. Unterwäsche oder Sportkleidung. Lässt die Nähmaschine Stiche aus, besonders bei Fasern die zu 100% aus Polyester bestehen, kann man auf Microtex-Nadeln ausweichen.

Welche Nadelstärke für welchen Stoff?

Meine Standardnadel für Jerseys sind 75er und bei Sweatshirt eine 90er. In Nähkursen oder beim Kauf von Nadeln wird leider sehr oft sehr schlecht beraten. Auch bei dünnem Jersey ist keine extrem dünne Nähnadel erforderlich! Eine Nähnadel mit Kugelspitze in Stärke 75, 80 oder 90 reißt definitiv keine kleinen Löcher in den Stoff! Das passiert nur bei unpassenden oder beschädigten Nadeln (z. B. nach einem Treffer mit einer Stecknadel). Auch mit einer 90er Nadeln kann man problemlos normalen Jerseystoff nähen

Wichtig: Eine gute Qualität der Nähmaschinennadeln

Beim Kauf der Nähmaschinennadeln sollte man auf Qualität achten. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Schmetz und Organ gemacht, weniger gute mit Prym und Groz Beckert. Keinesfalls kann ich zu günstigen NoName-Nadeln raten. Diese haben eine sehr geringe Haltbarkeit, brechen vorzeitig und haben oftmals sehr schlecht verarbeitete Nadelspitzen.

Neue oder unbeschädigte Nadeln verwenden

Vor dem Nähen bitte eine neue oder unbeschädigte Nadel in die Maschine einsetzen. Wurde mit der Nadel bereits einige Stunden genäht oder ist sie beschädigt, sollte sie man unbedingt ersetzen.

Nach ca. 2 – 3 Stunden intensiver Näharbeit ist eine Nadel zumeist stumpf geworden. Man kann es hören, wenn die Nähmaschine lauter wird.

Die Nähmaschine lässt Stiche aus

Ausgelassene Stiche sind in der Regel kein Problem der Nähmaschine. Es liegt zu 99% an stumpfen Nadeln, Dreck und Schmutz in der Nähmaschine oder einem fehlenden Tröpfchen Öl bei mechanischen Maschinen.

Bei ausgelassenen Stichen kann eventuell eine größere Stichlänge das Problem beheben. Da sollte man unbedingt ausprobieren. 

Allerdings gibt es auch hier gelegentliche Ausnahmen. Ich bin beim Nähen von Dessous auch bei sehr feinen Microfaserstoffen eines bestimmten Herstelles völlig verzweifelt. Dieser Stoff ließ sich einfach nicht verarbeiten und hatte eine sehr schlechte Qualität. Auch mit der Overlock hatte ich bei diesem Stoff keine Chance ihn zu nähen. 

Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Jersey nähen mit der Nähmaschine – ohne Overlock

Bei der Nähmaschine sind unterschiedliche Stiche zum Nähen von elastischen Maschenwaren geeignet. Wenn die Maschine über einen verstellbaren Nähfußchendruck verfügt, stellen wir ihn auf eine leichte Stufe ein. Ein zu starker Nähfußdruck dehnt den Stoff beim Nähen aus

Verwendet man einen unpassenden Stich oder der Füßchendruck ist zu hoch wird der Jerseytoff schlecht transportiert und staut sich unter dem Nähfuß. Schnell bildet sich ein Nest und ein Fadensalat ist vorprogrammiert. Dabei sticht die Nadeln immer wieder in das Nest aus Stoff ein und die Nadel kann brechen. Es hat sich ein fester Knoten über oder unter der Stichplatte gebildet.

Auch ein eingebauter Obertransport wie bei Pfaff, Bernina oder einigen Janome-Modellen ist beim Nähen von Jersey nicht immer eine gute Alternative. Der Stoff kann eventuell beim Nähen zu stark gedehnt. Das Ergebnis ist eine ausgeleierte Naht und ein langezogener Stoff. Eine bessere Alternative sind die Obertransport-Füsse, die separat erhältlich sind wie z. B. von W6 oder Brother.

Zickzackstich

Der Zickzack-Stich ist bei jeder Nähmaschine vorhanden und eignet sich prima für elastische Stoffe. Verfügt die Nähmaschine nicht über elastische Stiche, braucht man nicht zu Verzweifeln oder eine neue Maschine anschaffen. Der Zickzack-Stich ist elastisch und damit hervorragend geeignet.

Der Zickzackstich wird bei Jersey mit dem normalen Nähmaschinenfüßchen genäht.

Je nach dem wie breit die Naht werden soll, stellen wir die Stichlänge und breite dafür ein. Im obigen Foto habe ich zwei Beispiele genäht.

  • Links: Stichlänge 2 und Stichbreite 2
  • Rechts: Stichlänge 3,5 und Stichbreite 3,5

Der Stoff sollte vollständig unter dem Nähmaschinenfüßchen liegen, um einen guten Stofftransport zu garantieren. Die passende Nahtzugabe ist 1 – 1,5 cm.

Blitzstich

Die einfachste Variante zum Nähen von Jersey ist der sogenannte Blitzstich. Dies ist eine Art sehr feiner Zickzackstich, der eine fast gerade Naht erzeugt. Die Stiche sind hierbei nur leicht versetzt, aber die Naht ist jedoch hochelastisch. Er wird mit dem normalen Nähmaschinenfüßchen genäht. Wir verwenden dabei eine Nahtzugabe, die man bei Bedarf zurückschneiden kann.

Zum Nähen mit dem Blitzstich wird der Stoff so unter das Nähmaschinenfüßchen gelegt, das der Transporteur den Stoff mit beiden Schenkeln transportiert. Das ergibt eine schöne gerade Naht. Daher liegt der Stoff vollständig unter dem Nähfüßchen. Die Nahtzugabe sollte dabei zwischen 1 – 1,5 cm betragen.

Die Einstellungen, die von der Nähmaschine für diesen Stich vorgegeben werden, sollte man auf der Grundeinstellung belassen.

Overlockstich ohne Overlock-Füßchen

Verfügt die Nähmaschine über Overlock-Stiche, sollte man sie in der Regel mit einem normalen Nähfüßchen nähen. Auch hierbei benötigen wir eine Nahtzugabe von 1 – 1,5 cm für einen guten Stofftransport.

Je nach Nähmaschinenmodell sehen die Stiche leicht unterschiedlich aus. Bei meiner Husqvarna-Nähmaschine habe ich verschiedene Stiche zur Auswahl, sie sind jedoch alle Elastisch und für Maschenware geeignet.

Mein Beispiel 1 ist ein geschlossener Overlock-Stich, den man auch mal für Ziernähte verwenden kann.

Die Einstellungen habe ich wie von der Nähmaschine vorgeschlagen in den Grundeinstellungen genäht. Hier wäre es möglich die Stichbreite und Stichlänge zu ändern.

Mein zweites Beispiel ist ein offener Overlockstich, der besonders für dickere Materialien wie z. B. Wintersweatshirt geeignet ist. Auch dieser Stich wird mit einem normalen Fuß genäht.

Die Einstellungen der Maschine sind ebenfalls wieder Standard. Stichbreite und Stichlänge könnte man anpassen.

Overlockstich mit Overlock-Füßchen

Mit dem Overlockfüßchen können wir einen besonders elastischen Overlockstich mit der Nähmaschine nähen.

Dieses Füßchen sorgt dafür, dass der Stoff während des Nähens nicht zusammengezogen wird. Dies wird erreicht durch eine Verstärkung. Diese kleine Metallstrebe stabilisiert die Nahtkante. Den Stoff führen wir dabei direkt an der Kante des Nähfüßchens entlang.

Bei Webwaren kann man mit diesem Stich auch arbeiten, denn er kann Stoffe hervorragend versäubern.

Bitte informiere Dich ausreichend in der Anleitung Deiner Nähmaschine, welcher Stich für diesen Fuß geeignet ist. Ich habe schon etliche Nadeln abgebrochen, weil ich sie mir genau an diesem Fuß kaputt gemacht habe. Bei den Sticheinstellungen solltest Du vorsichtig sein. Wenn man die Breite des Overlockstiches verändert kann die Nadel unerwartet auf das Füßchen treffen!

Die Nähmaschine frisst den Stoff

Wenn die Nähmaschine den Stoff frisst, hilft ein einfacher Trick: Ober- und Unterfaden am Nahtanfang festhalten oder ganz leicht nach hinten ziehen.

Dies ist auch wichtig bei neuen Nähmaschinen, bei denen der Faden am Nahtanfang nicht mehr aus der Nadel rutscht. Halten wir die Fäden in der Hand,  kann der Stoff zum Nahtbeginn nicht in die Maschine gezogen werden!

Dies erleichtert den Stofftransport und sorgt dafür, das der Stoff nicht in die Maschine gezogen wird.

Säume mit der Zwillingsnadel steppen – Überblick

Um mit der Zwillingsnadel elastische Stoffe abzusteppen brauchen wir eine Jersey-Zwillingsnadel in Stärke 75 und passendes Garn. Für Webware sind weitere Stärken verfügbar, bei elastischen Stoffen gibt es leider wenig Auswahl.

SCHMETZ Nähmaschinennadel Zwillings-Stretch-Nadel 4,0/75 | 130/705 H-S ZWI
ORGAN NEEDLES Twin Stretch Doppelnadeln, 2,5/75er Stärke, 2 Stück
SCHMETZ Nähmaschinennadel 2 Zwillings-Stretch-Nadeln 2,5/75 | 130/705 H-S ZWI
Prym Schmetz 154913 Doppel-Nähmaschinennadel Stretch, 130/705, No. 75/4,0 mm, Stahl, silberfarbig, 75/4 mm
SCHMETZ Nähmaschinennadel Zwillings-Stretch-Nadel 4,0/75 | 130/705 H-S ZWI
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Prym Schmetz 154913 Doppel-Nähmaschinennadel Stretch, 130/705, No. 75/4,0 mm, Stahl, silberfarbig, 75/4 mm
4,14 EUR
6,50 EUR
6,50 EUR
4,85 EUR
SCHMETZ Nähmaschinennadel Zwillings-Stretch-Nadel 4,0/75 | 130/705 H-S ZWI
SCHMETZ Nähmaschinennadel Zwillings-Stretch-Nadel 4,0/75 | 130/705 H-S ZWI
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ORGAN NEEDLES Twin Stretch Doppelnadeln, 2,5/75er Stärke, 2 Stück
ORGAN NEEDLES Twin Stretch Doppelnadeln, 2,5/75er Stärke, 2 Stück
6,50 EUR
SCHMETZ Nähmaschinennadel 2 Zwillings-Stretch-Nadeln 2,5/75 | 130/705 H-S ZWI
SCHMETZ Nähmaschinennadel 2 Zwillings-Stretch-Nadeln 2,5/75 | 130/705 H-S ZWI
6,50 EUR
Prym Schmetz 154913 Doppel-Nähmaschinennadel Stretch, 130/705, No. 75/4,0 mm, Stahl, silberfarbig, 75/4 mm
Prym Schmetz 154913 Doppel-Nähmaschinennadel Stretch, 130/705, No. 75/4,0 mm, Stahl, silberfarbig, 75/4 mm
4,85 EUR

Tipp: Zwei Unterfadenspulen

Wenn man keine zwei Garnrollen für die Oberfäden der Zwillingsnadel hat, kann man aufgespulte Unterfadenspulen verwenden.

Beide Fäden für die Zwillingsnadel durch die Fadenspannung ziehen und einfädeln.

Die Stichlänge auf 3 – 3,5 einstellen. Bei einer zu geringen Stichlänge wird der Stoff unnötig gestaucht und der Jersey kann während des Nähens ausdehnen.

Tipp: Fäden gut festhalten

Auch hier am Anfang Ober- und Unterfäden festhalten und leicht nach hinten ziehen, dann gelingt ein sauberer Nahtanfang. Das verhindert, dass der Stoff beim Nahtbeginn in die Maschine gezogen wird.

Perfekte Säume mit der Zwillingsnadel nähen – So geht’s

Ich weiß, dass viele von Euch das Nähen mit der Zwillingsnadel nicht mögen, weil es oft zu Problemen führt. Der Stoff wird beim Nähen zusammengezogen und es bildet sich ein hässliches Würstchen. Das wird durch die Fadenspannung verursacht.

Das eigentliche Problem ist dabei selten die Nähmaschine, sondern der dünne und elastische Jersey. Während des Nähens wird die Fadenspannung der Maschine aufgebaut und der Stoff folglich zusammengezogen. Das ist wichtig und richtig, damit die Maschine die Stiche bilden kann.

Ich kenne viele Tipps, wie z. B. die Fadenspannung des Unterfadens erhöhen oder die Oberfadenspannung verringern. Man kann auch Seidenpapier unter oder über den Stoff zu legen, um den Transport zu verbessern. Hierbei muss man nach dem Nähen das Papier wieder aus der Naht entfernen und nicht selten ist das eine sehr mühsame Arbeit. Eine andere Möglichkeit ist feste Vlieseline auf den Stoff zu bügeln, die aber leider die weiche und elastische Struktur des Jerseys verändert. Die Naht ist dann nicht mehr elastisch. Das aufgebügelte Vlies würde dauerhaft mit dem Stoff verbunden sein.

Tipp: Wasserlösliches Stickvlies

Sehr gut klappt die Verstärkung des Stoffes mit selbstklebendem und wasserlöslichem Stickvlies. Das ist perfekt, denn die Naht wird nur zum Nähen verstärkt. Bei der ersten Wäsche löst sich das Stickvlies rückstandslos auf und zurückbleibt eine perfekt elastische Naht mit der Zwillingsnadel.

Wasserlösliches und selbstklebendes Stickvlies gibt es von verschiedenen Herstellern z. B. bei Amazon:

Vom Stickvlies ca. 2 cm breite Streifen mit der Schere oder dem Rollschneider vorbereiten.

Auf der Rück- oder Vorderseite des Stoffes den Streifen aufkleben. Es ist egal, auf welcher Seite man es klebt, denn nach der ersten Wäsche ist es vollständig rausgewaschen.

Den Streifen muss man so platzieren, dass die Naht mit der Zwillingsnadel innerhalb des Streifens liegt. Zur besseren Orientierung habe ich mir die Nahtlinie auf die Rückseite gezeichnet.

Rundherum um den Saum das Stickvlies aufkleben.

Alle Säume auf diese Weise vorbereiten.

Anschließend den Ärmelsäum mit der Zwillingsnadel und Geradstich mit Stichlänge 3 – 3,5 nähen.

Auf der Vorderseite sollte die Naht schön flach liegen.

Auf der Rückseite muss der Unterfaden für eine elastische Naht einen leichten Zickzack bilden.

Sollte der Unterfaden nahezu gerade sein, muss man die Oberfadenspannung erhöhen bis sich ein Zickzack-Stich auf der Rückseite entsteht. Bildet sich kein Zickzack, ist die Naht nicht elastisch.

Jersey nähen mit der Nähmaschine – wie näht ihr eure Jerseys?

Was sind deine Schwierigkeiten beim Nähen von elastischen Stoffen? Was sind deine Tipps? Ich freue mich, wenn Du einen Kommentar hinterlässt.

Letzte Aktualisierung am 19.10.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Bettina Gatzlaff

Ich bin Bettina. Hobbyschneiderin. Bloggerin. Schnitt-Designer, Social Media Stratege und Dackelfreundin. Lerne ganz einfach nähen mit Anleitungen, genialen kostenlosen Schnittmustern und einer Menge Tutorials.

24 Gedanken zu „Jersey & Stretch mit der Nähmaschine nähen“

  1. Hallo Bettina!

    Vielen Dank für deine super tollen Tipps, vor allem in Bezug auf Jersey.
    An meiner Pfaff und w6 klappt auch alles recht gut, aber die Brother cs10s scheint mit jersey leider nicht klar zu kommen 😌 hast du da noch Tipps?
    Hab das ja schon oft gelesen dass sie da zickig ist 😌

    1. Hallo Jessica,

      ja, das Verhalten der Nähmaschinen kann sehr unterschiedlich sein. Einige Maschinen sind für Jersey besser geeignet als andere. Was meinst Du mit zickig? Was genau bereitet Dir beim Nähen mit der Brother Probleme? Wird der Stoff beim losnähen in die Maschine gezogen?

      Ich denke, eine solide Einsteiger Maschine von Brother ist z. B. die Brother Anniversary-Editon für ungefähr 320 Euro. Sie hat zwar nur wenig Stiche, die werden dafür aber absolut solide und leise genäht. Jersey ist bei ihr absolut kein Problem. Die Brother CS10, das soll jetzt nicht überheblich klingen, ist einfach zu “günstig”. Besonders für eine Hobbyschneiderin oder Anfängerin sind sie nicht gut geeignet.

      Aber wenn Du noch andere Maschine hast wie Pfaff und W6, warum nähst Du mit der wahrscheinlich kleinsten Maschine Jersey?

      Liebe Grüße,
      Bettina

  2. Hallo Bettina, das sind tolle Tipps! Ich selber habe eine Singer, die auch schon gut 25 Jahre auf dem Buckel hat. Sie hat Stretchstiche an Bord, aber sie mag nicht mehr richtig nähen, sie verschlingt immer wieder mal den Unterfaden mit dem Oberfaden nicht. Ich hab sie mal überstrapaziert 😉
    Jetzt habe ich eine uralte Elna Supermatic geschenkt bekommen, die in etwa mein Baujahr haben könnte oder unbedeutend jünger als ich, so Ende 60er, Anfang 70er 😀 . Sie schnurrt wie in Kätzchen, ist recht leise, schwer und steht dementsprechend ruhig auf dem Tisch bein Nähen, sie hat ein sehr sauberes Stichbild. Das ist ein richtiges Schätzle 🙂 Nur hat sie keine Jerseystiche, soweit ich das sehe. Man konnte damals sogenannte Discs dazu kaufen mit unterschiedlichen Stichen, darunter auch Overlock-Stiche. Ich glaube nicht, dass ich mich um solche Discs noch bemühen sollte, haha.
    Dann werde ich mich mal dran wagen und mit einem engen Zickzack versuchen zu steppen. Versäubern dann mit einem weiten Zickzack?
    Danke für die tollen Erklärungen 🙂
    Liebe Große Mira

    1. Hallo Mira,

      oh, da hast Du wirklich ein Schätzchen ergattert! Wünsche Dir viel Freude damit. Wenn Du den Jersey nähst, kannst Du optional versäubern, es ist aber nicht notwendig. Die Jerseystrickware franst nicht aus, wie wir es von Webware kennen. Falls Du versäuberst, den Zickzack-Stich nicht zu eng einstellen, sonst wird die Stoffkante sehr fest und dehnt ggf. beim Nähen aus.

      Liebe Grüße,
      Bettina

    2. Hallo Bettina,

      auf die Idee, dass man Jersey nicht versäubern muss, bin ich noch gar nicht gekommen! Dann lass ich das natürlich sein 😀 Dann ist Jersey ja einfacher zu verarbeiten?!

      Ich versuch das jetzt mal. Danke für die freundliche Antwort 🙂
      Liebe Grüße
      Mira

  3. Christine Laier

    Hallo Liebe Bettina ,habe jetzt in der Krise angefangen wieder zu nähen.Das letzte mal war vor 40 Jahren ,eine neue Nähmachine müsste es sei,in meinen Jungen Jahren gab es hält so schöne Stoffe nicht und erst recht kein Overlock. Habe einen wunderschönen Jersey Stoff gefunden,und nun bin ich auf deinen Beitrag gestoßen, den Overlock Stich kann meine Maschine wunderbar nähen ,und du hast es super super erklärt,und dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Jetzt ist meine Angst das zu nähen verschwunden . DANKE DANKE DANKE Ich wünch dir eine gute Zeit und Gesundheit. Liebe Grüsse Christine Laier.

    1. Hallo Christine,

      das freut mich! Auch ältere Maschinen können problemlos mit Jerseys umgehen, man muss nur wissen wie man sie richtig näht. Schön, dass Du wieder zum Nähen gefunden hast. Auch nach vielen Jahren an der Nähmaschine ist es für mich immer noch total befriedigend etwas selber zu nähen.

      Liebe Grüße,
      Bettina

  4. Liebe Bettina, ich bin Nähanfängerin und habe mit sehr großem Interesse Deinen Blog gelesen. Herzlichen Dank für diese Mühe. Es ist alles super erklärt. Liebe Grüße Claudia

    1. Hallo Claudia,

      herzlichen Dank für Dein liebes Feedback. Freue mich, dass ich Dir mit der Nähanleitung für Jersey helfen konnte. Wünsche Dir weiterhin viel Spaß auf meiner Seite und Deinen Nähprojekten.

      Liebe Grüße,
      Bettina

  5. Hallo Bettina,

    vielen lieben Dank für deinen Einblick in das Jersey-Nähen. Ich habe erst vor kurzem angefangen, zu nähen und habe mich bisher nur an Baumwolle, Canvas und gewachste Stoffe getraut. Aber Jersey liegt bereits zuhause und ich weiß auch, was aus ihm werden soll. Nun werde ich mir Superstretch Nadeln besorgen (Stretch habe ich zwar, aber die versuche ich mal) und an einem Reststück ein wenig rumprobieren, bevor ich mich an das richtige Projekt mache. Dein Blogbeitrag hat mir den Respekt ein wenig genommen 🙂

    Liebe Grüße, Dörte

  6. Beste Seite seit langem!
    Hallo Betina, meine Nähmaschine ist auch eine Privileg und auch buchstäblich aus dem Müll. Nachdem ich sie komplett auseinander und wieder zusammengebaut habe, bin ich auch gut hinter das Prinzip gekommen.
    Dein Beitrag ist super erklärt und das es mit einer Normalen-Nähmaschine ausreichend ist, find ich klasse!

    1. Hallo Nadja,

      das freut mich sehr! Um Jersey zu nähen ist oft kein spezielles Zubehör notwendig. Früher wurden auch ohne Sonderfunktionen der Nähmaschine elastische Stoffe verarbeiten. Von den Maschinen die wir heute haben, konnten die Damen nur träumen. Mit ein paar Tricks klappt es ganz gut. Falls der Geradstich nicht funktioniert kann man immer noch auf einen engen Zickzack-Stich ausweichen.

      Liebe Grüße,
      Betina

  7. Hallo Bettina,
    vielen Dank für Deine interessanten Tips., werde sie demnächst ausprobieren.Mit Jersey hatte ich schon immer Probleme und deshalb ungern verarbeitet.
    Habe bis jetzt immer nur Prym-Nadeln verwendet, weil man die überall bekommt.

    Freundliche Grüße
    Elisabeth

    1. Hallo Elisabeth,

      probiere mal Jersey- oder Super-Stretch-Nadeln. Das macht einen riesigen Unterschied. Jersey mit der Nähmaschine nähen ist eigentlich ganz einfach, wenn man einige Grundregeln beachtet.
      Falls Du noch Fragen hast, kannst Du dich gerne melden.

      Liebe Grüße,
      Bettina

  8. hallo Bettina, toll – zum ersten Mal habe ich einen Blog gefunden, bei dem ich meine Nähmaschine entdeckt habe. Auch ich habe solch eine Privileg-Maschine, die ich 1973 gekauft habe und mit der ich bisher alles genäht habe. Damals noch Abendkleider, Hosen, Röcke. Dann Kindersachen, viele tolle Vorhänge, Kissen und was noch alles. Und die Maschine läuft und läuft… Freundliche Grüße von Maria

    1. Hallo Maria,

      die Privileg ist wirklich eine erstaunliche Maschine. Und läuft…läuft…läuft… wie Du schon schreibst. Ich nähe wirklich gerne mit ihr, das einzige was ich vermisse sind gute Knopflöcher. Da weiche ich dann gerne mal auf ein anderes Maschinen aus.

      Liebe Grüße,
      Bettina

  9. Eien Bekannte wird sich demnächst Stoffe kaufen um mehr zu nähen. Sie hatte ihr Hobby längere Zeit vernachlässigt. Jetzt wo wieder die kalte Jahreszeit näher kommt ist auch die Motivation höher. Da sie auch ab und an etwas für mich näht, werde ich mir einmal etwas aus Jersey schneidern lassen.

  10. Danke für diesen Artikel. Es hat mich bestätigt das ich es richtig mache. Mich wollten wieder welche belehren das man für Jersey immer einen elastischen Stich nehmen muss und ja nicht den Gradstich, da der ja nicht hält.
    Ich nähe seit Jahren alle Kleidungsstücke so.
    Und es hält.

    1. Hallo Andrea,

      um Jersey zu nähen gibt es unzählige Techniken. Jeder sollte so nähen, wie es für ihn am besten funktioniert. Ich lasse mir auch nicht gerne von wohlmeinenden “Experten” reinreden. Jersey mit Geradstich zu nähen ist für viele überraschend, klappt aber super.

      Herzliche Grüße,
      Bettina

      1. Hallo, bin auf der Suche nach Lösungen auf diesen Artikel gestoßen. Lösungen heißt für mich eine geeignet Nähmaschine oder Overlock. Ich habe vor kurzem mit dem Nähen angefangen und mir zum Ausprobieren eine alte Privileg 1531 gekauft. Also Deiner Aussage, dass jede Nähmaschine elastische Stoffe schafft, kann ich nicht zustimmen. Ja, meine näht sie, aber wie! Keine Chance, ohne Backpapier darunter eine Naht ohne Wellen hinzubekommen. Will ich nur versäubern, hilft je nach Stoff noch nicht mal das. Da ich hauptsächlich elastische Stoffe nähen will, bin ich schier verzweifelt, denn sowohl Back -oder Seidenpapier wie auch wasserlösliche Kleber sind sehr aufwändig und auf Dauer eine viel zu große Verschwendung von Zeit, Geld und Ressourcen. Die Umwelt sollte man dabei auch nicht vergessen.
        Es wäre daher schön, wenn Du noch einen Tipp hättest, welche Maschine (in bezahlbarem Rahmen für ein kleines Hobby) man sich zulegen sollte, wenn man vorwiegend elastische Stoffe nähen möchte.
        Danke!

      2. Hallo Nabiha,

        es kommt darauf an, welche zusätzlichen Näharbeiten die Maschine können soll und ob Du einen verstellbaren Nähfußdruck benötigst. Ich habe lange in einem Nähmaschinengeschäft gearbeitet und Anfänger sowie sehr ambitionierte Hobbyschneiderinnen beraten. Aus meiner Erfahrung würde ich entweder zu einer kleinen Brother: Brother Nähmaschine Innov-is 10 a Anniversary oder Nähmaschine Brother Innov-is 27 Special Edition raten. Diese Maschine haben zwar keinen verstellbaren Nähfußdruck, sind aber besonders gut für Jersey geeignet. Alternativ mit verstellbaren Nähfußdruck bietet Elna gute mechanische Einsteiger-Nähmaschinen: Elna eXplore 240 Nähmaschine oder Elna eXplore 340 Nähmaschine.

        Die Elna 240 besitze ich selbst und nähe mit ihr sehr gerne Unterwäsche (Jersey und Dessoustoffe) oder setze sie in Nähkursen ein. Nähen mit der Zwillingsnadel funktioniert auch super, das kannst Du Dir gerne im Tutorial für das Color Block Shirt ansehen.

        Eine weitere Option ist die Pfaff Passport 2.0 oder Passport 3.0, die auch über verstellbaren Nähfußdruck und eingebauten Obertransport (Pfaff IDT) verfügt. Hübsche Zierstiche und automatische Knopflöcher bringt sie ebenfalls mit. Die Stichqualität finde ich sehr gut. Als meine große Maschine zur Reparatur war, habe ich z. B. das Jeans Tutorial mit ihr genäht. Da kannst Du gerne mal einen Blick auf die Stiche werfen. Sie habe ich allerdings mittlerweile einer guten Freundin vererbt. Preislich liegen sie allerdings über 500 €.

        Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
        Bettina

  11. Also ich nähe elastische Stoffe mit dem normalen Zickzackstich, den ich von der Breite her auf das schmalste Zickzack einstelle, das geht schnell und die Nähte sind elastisch, man muss den Stoff beim Zusammennähen nicht dehnen, aber vorher auf einem kleinen Stoffrest testen. Evtl. verkleinere oder vergrößere ich die Stichlänge.

    Außerdem nähe ich elastische und Problemstoffe mit der Microtexnadel (70er Nadel), da kann man Wachstuch, Jersey, Seide mit nähen. Jahrelange habe ich div. verschiedene Nähmaschinennadeln gekauft, die ja nicht gerade billig sind, aber jetzt habe ich nur noch diese Microtexnadeln.

    Probleme habe ich nur mit den Zwillingsnadeln, da habe ich schon etliche gekauft und die kosten richtig Geld und, kaum eingesetzt, Maschine eingeschaltet und die Nadeln sind gebrochen, habe das jetzt aufgegeben.

    Übrigens: diese PRIVILEG Nähmaschine sind BROTHER-Nähmaschinen soviel ich weiß, ich hatte auch so eine Maschine, die hat wirklich viele viele Jahre ihren Zweck erfüllt.

    1. Hallo Barbara,

      vielen Dank für Deinen tollen Einblick für das Nähen von Jersey! Microtext-Nadeln habe ich bisher nur für wirklich problematische Stoffe verwendet. Denke ich werde Deinem Tipp folgen, und sie mal längere Zeit für “normale” Nähsachen testen. Bisher waren meine Lieblingsnadeln Super Stretch von Organ. Mit denen habe ich so gut wie alles genäht.

      Die Privileg ist eine Brother-Maschine? Das ist ja witzig ?In Bezug auf die Langlebigkeit hat sie (fast) allen modernen Nähmaschinen einiges voraus. Meine ist von ca. 1955. Ab und zu habe ich mal Lust mit meinem Oldie zu nähen. Dank verstellbarem Füsschendruck näht sie leichte Stoffe tadellos – und sie ist die einzige mit der sich verlässlich mit der Zwillingsnadeln nähen lässt. Von abgebrochenen Zwillingnadeln kann ich auch ein Liedchen singen.

      Herzliche Grüße,
      Bettina

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